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SPLASH! – ARSCHBOMBE IN DIE 90ER

Wenn du als Teenage-Girl schon Badeanzüge zum Davonschwimmen fandest, du auch allgemein keine Wasserratte bist und lieber im Bikini in der Sonne liegst, überzeugen dich vielleicht die Spring/Summer 2018 Kollektionen, den knalligen Arena-Einteiler deiner Mama zu rocken.

Bademode ist natürlich jeden Sommer ein Thema. Doch geht es nicht darum aufzuzeigen wie easy es ist über seinen schulterfreien Badeanzug ein paar Jeans-Shorts zu ziehen, um „angezogen“ in der Strandbar zu sein, sondern wie das Schwimmbad zum Laufsteg wird. Auch wenn das im ersten Moment komisch erscheint, es besteht eine lange Verbindung zwischen beiden Orten. Seit 90 Jahren wird regelmäßig Bademode auf Laufstegen präsentiert und Coco Chanel startete einen Fortschritt. Sie entwickelte elastischen Stoff für Badeanzüge und gestaltete diese freizügiger.

Die Designs der kommenden Saison finden ihre Inspiration aus der Zeit von Baywatch und dem Aufstieg von Franziska van Almsick, die 1992 mit 14 Jahren zum ersten Mal bei Olympia auf dem Treppchen stand. Die 90er Jahre waren im Schwimmbereich, ähnlich der restlichen Sportswear, von bunten Mustern geprägt.

Kenzo schickt bei der „La Collection Memento“ Spring 18 Menswear Kollektion auch drei Frauen in Badeanzügen auf den Runway und kombiniert diese Einflüsse mit markentypischen Flora- und Tierprints. Dazu tragen die Models weiße Socken in blauen Schwimmschuhen aus Kunststoff.

An der Trendspitze schwimmt Chromat. Das Sportswear-Label präsentiert seine Kollektionen während der NYFW und fokussiert sich vor allem auf ausdrucksvolle Swimwear für Frauen. Die vergangenen Kollektionen wurden von Rettungswesten und Profisportlerinnen inspiriert. Davon entfernt man sich für die S/S 18 Linie, doch behält man den Vintage-Swimsuit-Style bei und unterstützt diesen mit mehrfarbigem Jeansstoff und Rettungsdecken.

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Chromat S/S18 Photo: Yannis Vlamos/Indigital.tv

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Chromat S/S18 Photo: Yannis Vlamos/Indigital.tv

Die Kombination aus Einteiler und langer weiter Jeans zeigt auf, wie leicht es ist, Schwimmbekleidung in den Alltag einfließen zu lassen.

Thematisch beschäftigte man sich in der Saison vor allem mit Self-care und Body-Positivity, was wohl gerade auch im Schwimmbad ein wichtiges Thema ist.

Einen ähnlichen Weg gehen auch die Kollektionen von Fenty X Puma und Isabel Marant, bei denen die Badeanzüge klar im Vordergrund stehen. Weite, leichte Hosen und Jacken geben die Silhouette vor und lenken das Augenmerk auf den Einteiler.

Fenty x Puma Photo Luca Tombolini

Fenty x Puma S/S 18 Photo: Luca Tombolini

Isabel Marant SS18

Isabel Marant S/S 18 Photo: Yannis Vlamos / Indigital.tv

Ganz anders sieht dies bei den eher klassischen Luxusmarken, wie Dior oder Mary Katrantzou aus, die Tauchanzüge eleganter verarbeiten. Dior kombiniert seinen alltagstauglichen Neoprenanzug mit klassischen Schuhen und Tüll. Die Neos von Mary Katrantzou sind zwar kurzärmlich, dafür aber hochgeschlossen. Es scheint als würden diese oben aus schulterfreien Kleidern hervorstechen, doch das Besondere dabei ist, dass beide Elemente miteinander verbunden sind. Die Tauchanzüge sind in schlichten Blautönen gehalten, die Kleider erinnern an einen Regenbogenfisch.

Christian Dior S18 RTW Photo Yannis Vlamos

Christian Dior S18 RTW Photo: Yannis Vlamos

Mary Katrantzou SS 18 Photo Luca Tombolini IndigitalTV

Mary Katrantzou S/S 18 Photo: Luca Tombolini IndigitalTV

Zwischen beiden Wegen finden sich Véronique Leroy und Stella Jean ein, deren Bademode unter weiten Röcken heraus ragt. Ein leuchtend grünes Bikinioberteil unter einem schlichten sandfarbenen Anzug war ebenfalls Teil der Véronique Leroy Show.

Auch im Herrenbereich taucht das Pendant zum Badeanzug auf. Andreas Kronthaler, for Vivienne Westwood, verwendet für einen Look eine knappe „Speedo“. Dazu trägt das Model eine Truckercap und ein Handtuch-Cape. Damit ist Kronthaler bis jetzt aber relativ alleine und hoffentlich werden diese nicht Teil der Mode.

Andreas Kronthaler for VWestwood Photo Edward James Indigital.tv

Andreas Kronthaler for Vivienne Westwood S/S 18 Photo: Edward James/ Indigital.tv

Wenn du während der Zeit, in der du diesen Artikel gelesen hast, noch nicht deiner Mom eine WhatsApp geschrieben hast, ob sie noch ein klasse Vintage-Speedo-Teil hat, dann aber los!

Cover: © Reuters