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MARINA HOERMANSEDER – FEMINISMUS, FETISCH UND ORTHOPÄDIE

Voluminöse Röcke aus nahezu unbiegsamem Material, Pencilskirts aus drappierten Lederschnallen und historisch anmutende, enganligende Korsagen – sofort erkennt man Marina Hoermanseders individuellen Stil, der ihre Kollektionen stets auszeichnet.

Die Jung-Designerin startet seit knapp zwei Jahren durch und eroberte die Modestädte Europas durch ihre einzigartige Kombination aus Femininität und Fetisch. Man könnte meinen, dass sich gerade deswegen ein misogynistisches und sexistisches Frauenbild in Hoermanseders Kollektionen manifestiert.

Beschäftigt man sich mit Hoermanseder und ihrem Label wird jedoch klar: ihre Mode ist Empowerment. In Hoermanseders Designs sollen Frauen* sich stark und selbstbewusst fühlen, sich selbst lieben. Neben dem Angebot im Onlineshop besteht auch die Möglichkeit einer Maßanfertigung. Dadurch kann sich jede_r in ihren Stücken wohlfühlen.

So betonte Hoermanseder jüngst auch in einem Interview für MADONNA Österreich:

Ich freue mich über jede Frau, die meine Kollektionen stolz in die weite Welt hinausträgt.

Die Idee des Empowerments zeigt sich auch in Hoermanseders Inspirationsquellen. Hierzu zählen vor allem orthopädische Prothesen und Korsetts. Die Ästhetisierung des vermeintlich Hässlichen wird somit auf ein neues Level gebracht und das einst Unästhetische gesellschaftsfähig und alltagstauglich.

So extravagant Hoermanseders Designs auch sind – im Alltag tragbar ist eine Vielzahl ihrer Designs dennoch, so beispielsweise auch die ab Herbst 2017 erhältliche Kollektion, die in Zusammenarbeit mit Wolford entstand und aus nude-farbenen, enganliegenden Pieces mit Gürtel- und Bondage-Prints besteht.

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Artikel & Fotos: Lisa Jureczko